Boll och Bira Cup 2025 Teil I

Der Boll och Bira Cup 2025 ist Geschichte!

Am 13. Juli endete gegen 15 Uhr das große Aufräumen – mit dem letzten verrauchten Bengalo, der vom Boden aufgelesen wurde.

Wir sagen DANKE an alle Helfermenschen, Gastmenschen, Künstlermenschen und Unterstützermenschen!

Und natürlich: Save the Date für nächstes Jahr – vom 10. bis 12. Juli 2026 heißt es wieder: Boll och Bira Cup!

Aber wie bei jeder guten Geschichte lohnt sich ein Blick zurück zum Anfang:

So richtig los ging’s schon am Donnerstag, einen Tag vor dem offiziellen Start. Unser unerschütterliches Aufbauteam zimmerte in bester BG-konformer Manier die Hauptbühne zusammen – denn Arbeitsschutz geht uns alle an. Kurz darauf entstand auch die „Zeltstadt“, denn der Wetterbericht hatte Regen angekündigt. (Spoiler: Er sollte Recht behalten.)

Am Freitag dann: Kartoffelsuppe, letzte Handgriffe – und pünktlich 13 Uhr betrat Peter, der erste Gast, das Gelände. Ein Punk wie aus dem Bilderbuch. Die Musik lief bereits, Peter schien zufrieden und regelte vieles auf eigene Faust. (später mehr zu Peter!)

Nach und nach trafen weitere Gäste ein, Zelte wurden aufgebaut, man machte es sich trotz Nieselregen gemütlich. Während das Wetter sich diesmal nicht von seiner besten Seite zeigte, lief hinter den Kulissen alles wie geschmiert. Die Künstler des Abends kamen pünktlich, gemeinsam mit dem Technikteam wurde die Bühne gecheckt – und schnell festgestellt: Hier und da hatten sich kleine Wasserreservoire gebildet. In Spremberg fast schon ein Kuriosum!

Kein Plan ohne Änderung!

„Bringt alle Planen und Strippen!“ – hieß es, und bald erfüllte die Bühne nicht nur alle kreativen, sondern auch alle technischen Standards (DIN EN ISO 9001, versteht sich). Ein großes Zelt wurde kurzerhand vor die Bühne gestellt – die Tanzfläche war trocken, die Stimmung eh längst am Kochen.

Musik, Sonnenbrillen und galaktischer Punk!

Am Freitagabend war es dann endlich so weit: Los Perezosos, zwei äußerst angenehme Vertreter der sympathischen Sorte, betraten die Bühne. Auch sie blieben nicht vom altbekannten Bassisten-Problem verschont – aber das störte niemanden weiter. Denn schnell war klar, wohin die Reise ging: fetzige Rhythmen, großartige Melodien und Texte, die irgendwo zwischen ulkigem Nonsens und scharfer Gesellschaftskritik pendelten.

Besonders auffällig: Der Schlagzeuger trug konsequent Sonnenbrille – möglicherweise lichtempfindlich, möglicherweise einfach nur lässig. Man weiß es nicht. Das Publikum jedenfalls feierte Los Peresesos mit Applaus, stammesähnlichen Tänzen und lautstarken Zugabe-Rufen.

Nach rund 60 Minuten war Schluss – Marcel und Tarek, unsere musikalischen Faultiere, verließen unter großem Jubel die Bühne.

Geplant war eigentlich, dass im Anschluss Lousy übernehmen würden – doch Gesundheit geht vor!

(Gute Nachricht: Wer Lousy vermisste, kann sie am 13.12.2025 im Jamm in Senftenberg bei der 3. Originalen Lausitzer Tanzlustbarkeit erleben.)

Nach einer kurzen Umbaupause wurde es dann… chaotisch gut: Gruppe Punk betraten die Bühne. Wer das ist? Gute Frage. Hier die Auflösung:

Rattenjunge spielt Gitarre und sie singt auch, Maschine spielt Drums, Lord Spacepunk singt, Random spielt Bass, Almighty Galaxy macht Keyboard und Chiptune den ganzen Elektronikkram.

Gruppe Punk und die Geburt der ersten KI-Punkband der Weltgeschichte

Was dann geschah, lässt sich kaum in Worte fassen – aber wir versuchen es trotzdem:

Ein intergalaktischer Mix aus Synthpunk, Endzeitästhetik, wildem Gebrüll und tanzbarem Chaos überrollte das Gelände. Eine Performance irgendwo zwischen Dystopie, Glitzer und Kabelsalat.

Die Reaktion der Menge? Völlige Ekstase. Die Gazetten werden wohl titeln:

„Der Auftritt von Gruppe Punk am 11. Juli 2025 in Spremberg stellt nach aktuellem Kenntnisstand den weltweit ersten dokumentierten Live-Auftritt einer KI-generierten Punkband dar.“

Man darf gespannt sein, ob dieser historische Moment eines Tages den Schulunterricht erreicht. Vielleicht im Fach „Kunst – Widerstand – Maschinen“?

Nach dem Finale verließ Gruppe Punk die Bühne. Zeit für den Umbau.

Zitat aus der Technik-Crew: „Ja, so eine KI-Band hat verdammt viel Zeug dabei!“

Während die BurgStreetBois ihr Arbeitsmaterial positionierten, wurde kurzerhand ein weiteres Highlight ins Leben gerufen: Die Vermessung des größten Punks. Das illustre Teilnehmerfeld bestand aus: DJ Schimpagner (bereit wie immer), Michi-Oi-Rama, Tarek im Regencape (starkes visuelles Statement), Jugendlicher Mark (Punk-Nachwuchs mit Ambitionen), und Alüt, der zwar anwesend, aber nicht willens war, teilzunehmen (was ihn fast noch punkiger machte). Am Ende war die Entscheidung denkbar knapp. Die Jury (also alle) einigte sich auf das einzig richtige Ergebnis: Alle Anwesenden waren der größte Punk. Punkt.

Kaum hatten die BurgStreetBois den ersten Ton angespielt, verwandelte sich das Zelt in ein einziges tanzendes Wesen. Vom ersten Lied an bewegten sich die Beine, Köpfe wippten, Hände wurden in den Regenhimmel gereckt – und die Stimmung kochte.

Und dann kam er wieder ins Spiel: Peter. Unser Held der frühen Stunde.

Warum auch immer – vielleicht aus Begeisterung, vielleicht aus Prinzip – suchte Peter mehrfach die Nähe zur Bühne. Genauer gesagt: Er fiel auf sie.

Doch zum Glück war da der Sänger der BurgStreetBois, welcher Peter jedes Mal mit der Routine eines Rettungssanitäters und der Geduld eines Dalai-Lama von der Bühne beförderte. (Spoiler: Dieses Theaterstück sollte auch am Folgetag eine Fortsetzung finden – mit identischer Besetzung: Peter und derselbe Sänger, aber eine andere Band.) Musikalisch lieferten die BSB wie gewohnt ab: Tanzbare Hymnen, Mitsing-Passagen und diese ganz eigene Mischung zwischen Punk & Pasta, die ihnen nur wenige nachmachen können.

Fazit: Wer an diesem Abend nicht getanzt, gesungen oder wenigstens einmal innerlich geschmunzelt hat, war wahrscheinlich gar nicht da.

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